„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen…?“

Meinungsfreiheit im Fokus: SPD Tittmoning lädt zum Politischen Aschermittwoch

Am Aschermittwoch, dem 18. Februar, um 19 Uhr 30 Uhr lädt die SPD Tittmoning zu einer besonderen Veranstaltung ins Zollhäusl an der Salzachbrücke ein. Zu Gast ist das Hörspielautorenpaar Inge Kurtz und Jürgen Geers aus Törring mit einem über vierzig Jahre alten, seinerzeit preisgekrönten Hörspielexperiment über Meinungsfreiheit an der Grenze, das heute von ganz neuer Brisanz ist.

Die Meinungsfreiheit als von der Verfassung garantiertes Grundrecht auf freie Rede sowie freie Äußerung und öffentliche Verbreitung einer Meinung in allen verfügbaren Medien wie Wort, Schrift und Bild, gerät in Zeiten des Internets und der Sozialen Medien an ihre Grenzen. Gilt dieses Menschenrecht auch für Hassrede und Falschinformationen? Wie frei ist „Meinung“ in einer Welt der Algorithmen, Filterblasen und Chatbots, in einer Zeit von Plattformhoheit und Meinungsökonomie? Und was, wenn das individuelle Recht auf Meinungsäußerung das Gemeinwohl oder die freiheitliche demokratische Grundordnung bedroht?

Inge Kurtz und Jürgen Geers haben bereits 1982 mit ihrem außergewöhnlichen documenta-Projekt „Der Meinungscontainer“ eine künstlerische Versuchsanordnung geschaffen, die Öffentlichkeit nicht nur darstellte, sondern aktiv produzierte. In einem in der Fußgängerzone Kassel für dreißig Tage aufgestellten Container konnten Besucherinnen und Besucher anhören, was andere vor ihnen dort gesagt hatten, und zum Mikrofon greifen, um ihre eigenen Gedanken und Meinungen zu verewigen. Lange vor dem Internet nahm das Künstlerpaar mit der niedrigschwellig möglichen anonymen Selbstäußerung im öffentlichen Raum die zentralen Mechanismen vorweg, nach denen die sozialen Medien heute funktionieren. Damals war freilich noch analog, lokal und unmittelbar erfahrbar, was heute digital, algorithmisch verstärkt und global vernetzt geschieht: Der „Meinungscontainer“ war ein früher Prototyp partizipativer Medienkultur, deren Chancen und Widersprüche heute deutlicher denn je sichtbar sind.

Im Zollhäusl bringen Jürgen Geers und Inge Kurz die knapp einstündige Radiosendung „Gegen die Wand gesprochen – Der Meinungscontainer“ zu Gehör, die sie aus diesen vielfältigen Äußerungen 1984 für Hessischen Rundfunk und NDR erstellt und jetzt remastered haben. Die beeindruckende Collage aus oft überraschenden, auch radikalen Besucherreaktionen, die einen tiefen Einblick in das Denken der damaligen Zeit bietet, dient als Grundlage für die anschließende Diskussion über Partizipation als gesellschaftliche Praxis, über die Frage, wem Öffentlichkeit gehört, und über die Bedeutung, aber auch die Grenzen der Meinungsfreiheit. Im Zollhäusl sind außerdem von Jürgen Geers gestaltete Plakate gegen Rechtsextremismus ausgestellt, die auch noch am darauffolgenden Wochenende (Sa. und So. 15 bis 18 Uhr) zu besichtigen sind.

Wegen der begrenzten Platzanzahl in der Galerie im Zollhäusl wird um Anmeldung unter info@spd-tittmoning.de gebeten.

SPD Tittmoning lädt ein: Meinungsfreiheit im Fokus mit Jürgen Geers und Inge Kurtz

Am Aschermittwoch, den 18. Februar, um 19:30 Uhr lädt die SPD Tittmoning zu einer besonderen Veranstaltung ins Zollhäusl ein. Im Mittelpunkt des Abends steht die Meinungsfreiheit, die anhand einer „remasterten“ Version des „Meinungscontainers“ von Jürgen Geers und Inge Kurtz beleuchtet wird.

Jürgen Geers und Inge Kurtz präsentieren eine einstündige Sendung aus dem Jahr 1982, die als Diskussionsgrundlage für einen Abend zum hochaktuellen Thema Meinungsfreiheit dient. Dirk Reichenau wird die Veranstaltung mit einer Begrüßung und inhaltlichen Einleitung eröffnen, die den Bezug zur aktuellen Zeit herstellt.

Der Meinungscontainer:
Eine Zeitreise in die Gedankenwelt von 1982

Der „Meinungscontainer“ war ein außergewöhnliches Projekt, das während der „documenta ’82“ in Kassel für 30 Tage in der Fußgängerzone aufgestellt wurde. Besucher konnten den Container betreten und dort hören, was andere vor ihnen in einer Sprechkabine gesagt hatten. Wer wollte, konnte selbst zum Mikrofon greifen und seine Gedanken, Meinungen, Schimpfereien, Anklagen, Appelle, Gedichte oder Lieder verewigen.

Aus diesen vielfältigen Äußerungen hat Jürgen Geers eine beeindruckende Collage erstellt, die einen tiefen Einblick in das Denken der damaligen Zeit bietet. Die Reaktionen der Besucher waren oft überraschend, radikal und origineller als erwartet, wie die Pressezitate von damals belegen: „Es ist nicht so weit entfernt von dem, was wir alle meinen, dass er denkt. Aber er tut es direkter, radikaler, origineller als wir denken und es erfreut oder erschreckt uns stärker als wir erwarten.“

Die SPD Tittmoning lädt alle Interessierten herzlich zu diesem spannenden und relevanten Abend ein, um gemeinsam über die Bedeutung und Grenzen der Meinungsfreiheit nachzudenken und zu diskutieren.

Wort-Klang-Kunst

Gesamtkunstwerk aus Gedichten, Musikparodie und Bildern im Zollhäusl Tittmoning

Josef Wittmann, Andreas Koll, Luise Wittmann

Seit über zehn Jahren gibt es im Gebäude der ehemaligen Zolldienststelle an der Salzachbrücke eine Kunstgalerie. Das Besondere daran ist, dass dort nicht nur Bilder an den Wänden oder Skulpturen und Objekte auf Podesten zu sehen sind, sondern auch Vernissagen, Musikprogramme und Buchvorstellungen stattfinden. Die Gäste können dabei nicht nur zuhören, sondern anschließend ausführlich diskutieren und im Gespräch mit Gleichgesinnten anderer Meinung Erfahrung sammeln.

Alles auf einmal ist am Freitag, 6. Februar geboten: Josef Wittmann liest aus seinem neuen Gedichtband in Bairischer Sprache „O mei“ vor. „Viel schmerzlich Wahres steckt da drin, bairisch pointiert auf den (wunden) Punkt gebracht“, schreibt Dominik Schweighofer darüber im Feuilleton der PNP. Andreas Koll führt dazu musikalische Purzelbäume auf Akkordeon, Hohner-Klarinette, Trommel und Hundespielzeug vor. Er gibt seit 40 Jahren Konzerte und macht Musik zu jeder Gelegenheit: eigenwillig, kompromisslos, einfühlsam und sehr speziell. Luise Wittmann zeigt neueste Arbeiten aus ihrem Malatelier, nicht minder exzentrisch und ungewöhnlich, und dennoch verständlich. Wirklich interdisziplinäre Kunst ist also geboten, aber im gemütlichen Rahmen und ohne elitäre Ansprüche.

Andreas Koll und Josef Wittmann kennen sich seit den Anfängen der Kleinkunstszene in Bayern. Gemeinsame Auftritte mit „schräger Volksmusik“ hatten sie mit der Gruppe „Die Interpreten“ (Rehling, Koll, Binegger) und das gegenseitige Interesse zwischen dem Sammlungs-Leiter des Valentin-Musäums und dem Lyriker mit Industrie-Job ist nie erloschen. Man soll also bitte keine biedere Verserl-Lesung mit traditionellem Heimatklang erwarten, sondern witzig vorgetragenen Stoff zum Nachdenken. Die Bilder an den Wänden werden passend zur Aufführung ausgewählt. Und bestimmt gibt es gute Gelegenheit, über das Gehörte nachzudenken und sich darüber zu unterhalten.

Die Aufführung beginnt am Freitag, 6. Februar um 19:00 Uhr.
Anmeldung ist sinnvoll – Tel. 08683 1272, mail: post@luise-wittmann.de, oder WhatsApp +49 190 8353274.

Ausstellung „Linien-Spiel“ im Zollhäusl

Aktskizzen von Luise Wittmann und Raum-Installation von Veronika Wittmann

Die Galerie im Zollhäusl an der Salzachbrücke in Tittmoning besteht seit zehn Jahren. Mit durchschnittlich drei Kunst-Ausstellungen im Jahr und den unterhaltsamen Vernissagen auf engstem Raum ist es ein beliebter Treffpunkt geworden, zu dem anspruchsvolle Kunstkenner ebenso gerne kommen wie interessierte Leute, die das Rahmenprogramm und die Gespräche mit Gleichgesinnten schätzen. Die Herbst-Ausstellung in diesem Jahr widmet die Galeristin der Künstlerin Luise Wittmann (also sich selbst) und ihrer Tochter, Veronika Wittmann. Die zwei völlig unterschiedlichen Präsentationen tragen gemeinsam den Namen „Linien-Spiel“.

Veronika Wittmann wartet im Untergeschoß des ehemaligen Amtsgebäudes mit einem Raumgebilde aus Bambusstangen auf, das an ein Raumgitter erinnert, wie es für die Planung von Bauwerken, Leitungen, Wegen verwendet wird: Linien, die eigentlich unbegrenzt sind, aber für eine kurze Strecke ausgeführt die Objekte umfassen, die hier entstehen sollen.
Das natürlich gewachsene Material lässt sich aber auch als Geflecht von Lebens-Linien verstehen, die in die Weite führen, aber sich vielfach auf spannende Weise kreuzen und verbinden. Und wer darin einfach eine Hütte sehen will, die man zwar betreten kann, aber nicht nutzen, ohne sich dabei selbst zu verändern, liegt auch nicht falsch.

Im einstigen Dienstzimmer der Zollbehörde, zu ebener Erde, zeigt Luise Wittmann eine Auswahl an Aktskizzen. Das Besondere daran ist, dass nicht ein ruhender Körper, liegend, sitzend, stehend, kniend, Gegenstand des Bildes ist, sondern Bewegung: die des Modells, die des Betrachters, die des Zeichenblatts. Dennoch sind die Linien charakteristisch für die Köperformen. Auch dabei sind verschiedene Sichtweisen und Interpretationen möglich, das Spiel mit den Linien bezieht den Betrachtenden ein.

Die Ausstellung beginnt mit der Vernissage am Mittwoch, 22. Oktober, 19:00 Uhr. Sie ist dann von Freitag, 24.10. bis Sonntag, 26.10. sowie am Donnerstag, 30.10 und am Freitag, 31.10. jeweils von 15:00 bis 18:30 Uhr geöffnet. Zur Vernissage wird Jürgen Geers die Einführungsrede halten. Statt Musikbegleitung hat sich die Galeristin eine Sprach-Performance gewünscht, die Josef Wittmann aus Gedichten zeitgenössischer Autoren zusammenstellen und vortragen wird. Der Eintritt ist wie immer im Zollhäusl frei.

Vorankündigung: Freier Fall – Kunst im Zeitalter der künstlichen Intelligenz

Mit dem Projekt „Freier Fall“ wagen wir eine neue Perspektive auf die Kunst, die sich frei von Regeln, Zwängen, Moden und Stilmitteln, nun sogar von ihren Schöpfern zu emanzipieren scheint. Im Zentrum steht die Frage, wie die neu gewonnenen Freiheits- und Möglichkeitsräume durch den Einsatz von KI künstlerisches Schaffen beeinflussen. Eröffnet die künstliche Intelligenz der Kunst einen Raum, der bisher Unvorstellbares möglich und sichtbar macht? Oder birgt die neue Technik Gefahren, indem sie das Wesen und die Authentizität künstlerischer Arbeit infrage stellt?

In einer trimedialen Ausstellung (erstmals am 4. und 6.4.2025) im Tittmoninger Zollhäusl präsentieren Künstler die erstaunlichen Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit mit KI in Bildern, Texten und Tönen, ermöglichen Einblicke in einen Dialog zwischen Mensch und Maschine, der neue Arbeitsweisen und Stilmittel erschließt. Die Werke laden Besucher dazu ein, über das Potenzial und die Verantwortung der Kunst im Zeitalter der Algorithmen zu reflektieren. „Freier Fall“ bietet eine Plattform, auf der sich Kunst und KI zu einer neuen Form von Kreativität verbinden und dabei vielfältige Fragen über die Zukunft, nicht nur der Kunst, aufwerfen. Die Büchse der Pandora ist geöffnet und die neuen Möglichkeiten einer kaum mehr zu kontrollierenden digitalen Entwicklung werden weltweit die Gesellschaft verändern.

Mitwirkende: ChatGPT und Stable Diffusion, sowie Inge Kurtz und Heidi Unger (Bilder, Statements) Jürgen Hagen (Studio Digiton Records, Traunstein): Kompositionen, Sounddesign, Statement, Maura Hagen (Sprache), Bernadette Irgmaier (Puppen), sowie Jürgen Geers (Moderation und Texte).