Die Salzachau als Inspiration

Thomas Herbig stellt im Zollhäusl aus

Ein gebürtiger Tittmoninger, der seit vielen Jahrzehnten in München lebt, den es aber besonders in der wärmeren Jahreszeit oft in die heimatliche Salzachstadt und an den Leitgeringer See zieht, stellt ab 22. April in der Galerie im Zollhäusl aus: Thomas Herbig ist Einheimischen noch als Sohn des ehemaligen Bürgermeisters Max Herbig (1970 bis 1978) und Neffe der lange Zeit in Salzburg wirkenden Sängerin Fritzi Herbig bekannt. Letztere überschrieb ihm das von seinem Großvater erbaute Holzhaus an der Laufener Straße, in dem er seither immer wieder tage- und wochenweise wohnt: ein Wahl- und Teilzeit-Tittmoninger also.

Kunstkenner, -erzieher und Zeichner

Thomas Herbig wurde 1949 in Tittmoning geboren, wo er aufwuchs und die Volksschule besuchte. Es folgten Internat in Marquartstein, Studium an der Kunstakademie München (1969-73) und ein ganzes Berufsleben als Kunsterzieher in der Landeshauptstadt. Das Malen und Zeichnen gab er neben dem Gymnasialunterricht nie auf. Seit er im Ruhestand ist, hat er sich als intimer Kenner der Zeichenkunst insbesondere des 19. Jahrhunderts, als Autor kunstgeschichtlicher Monografien und Experte für Sammler und Auktionshäuser einen Namen gemacht.

Seine eigenen Werke hat er im Laufe der Jahrzehnte u.a. in München und Landshut, Paris und London, Saarbrücken und Tours, Traunstein und Nürtingen gezeigt, aber immer wieder auch in seiner Heimatstadt: Nach Ausstellungen im Tittmoninger Rathaus 1980 und 1995 sowie seiner Beteiligung an Elisabeth von Samsonows erstem „Kunstplatz“ im Khuenburghaus 1988 in jüngerer Zeit auch beim „Kunstplatz“ 2018 auf dem damaligen Brückner-Gelände, gemeinsam mit Manfred Scholl 2019 in der Burg und zuletzt in der Rathaus-Galerie „Knapp bei Kasse“ 2022.

Menschen in der Salzachau

Der Titel der Ausstellung in Luise Wittmanns Zollhäusl, „Thomas Herbig – Augänger“, bezeichnet einerseits das Sujet dieser zumeist im Laufe des vergangenen Jahres entstandenen Bunt-, Bleistift- und „Malzeichnungen“: Viele der Blätter zeigen Personen, die sich in der Salzachau aufhalten und dort in der Natur geradezu auf- bzw. in sie eingehen. Andererseits bezeichnet Herbig sich auch selbst als „Augänger“: Auf der Suche nach Motiven und in der Beschäftigung mit ihnen hat er viel Zeit in der Salzachau verbracht. Der Tittmoning-Bezug ist also stark.

„Die Au hatte für mich schon früh eine große Bedeutung“, erklärt Herbig. „Während der Volksschuljahre war ich häufig mit anderen Kindern dort. Wir haben gespielt, Lager gebaut, Schlingpflanzen-Stängel geraucht, Pfeil und Bogen hergestellt und damit geschossen, Frösche und kleine Fische gefangen und wieder ausgelassen, Steine ins Wasser geworfen und mehr.“ Später habe er dort viel gezeichnet, bis um vier Uhr nachmittags die Mücken kamen. Während seiner Zeit als Lehrer habe es ihn beruhigt, während der Ferien tagelang am Salzachufer zu sitzen und das gegenüberliegende Ufer zu zeichnen.

Die Ausstellung „Thomas Herbig – Augänger“ ist von 23. bis 26. April sowie von 1. bis 3. Mai jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Vernissage am Mittwoch, den 22. April um 19 Uhr spielt Fritzi Knab. Der Eintritt ist frei. Wegen der begrenzten Platzanzahl wird um Anmeldung unter post@luise-wittmann.de gebeten.