Inside the Game

Inge Kurtz im Zollhäusl

Die an bunte Comics erinnernden Bilder von Inge Kurtz sind vielen Tittmoninger Kunstbegeisterten schon von Ausstellungen in der Burg und im Rathaus, aber auch von den Kunstplatz-Präsentationen geläufig. Eine neue Auswahl an Bildern ist ab Oktober im Zollhäusl zu sehen. Den Titel „inside the Game“ könnte man einfach mit „im Spiel“ oder „spielerisch“ übersetzen; der Bedeutung von „inside“ kommt eher „in das Spiel vertieft“ nahe. Gerade das zeigen auch die Bilder: Spiele mit Personen und Situationen, die keinen Ausweg lassen. Das kann man mit den zahlreichen Bedrohungen in der realen Gegenwart in Zusammenhang bringen, darf man aber auch als Spiel mit allen Möglichkeiten und Zwängen verstehen.

Inge Kurtz hat sich nach Kunstschule Linz und Publizistik-Studium in Wien und München vor allem akustischer Kunst im Hörfunk gewidmet. Einige ihrer zusammen mit Jürgen Geers produzierten Projekte wurden mit begehrten Preisen ausgezeichnet. Seit 1994 arbeitet sie überwiegend an Bildern, in denen sie Elemente von Comic, Graffiti und Computerspielen zu kühlen Szenen arrangiert. Sie ist Mitglied der GEDOK (überregionale Gemeinschaft der Künstlerinnen) und der Künstlervereinigung DIE BURG. Sie beteiligt sich laufend an Ausstellungen in Deutschland und Österreich.

Am Freitag, 21. Oktober 2022 um 19:00 Uhr beginnt die Ausstellung mit einer Vernissage. Dann ist die Galerie jeweils von Donnerstag bis Sonntag, 16:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 6. November, endet die Ausstellung mit einer Finissage.

Phantastische Welt – Graphik, Radierung, Malerei

Erste Ausstellung nach Corona in der Galerie im Zollhäusl an der Salzachbrücke

Die Galerie von Luise Wittmann in den ehemaligen Zoll-Amtsräumen an der Tittmoninger Salzachbrücke hat sich über die Jahre durch die Vorstellung höchst unterschiedlicher Künstler und Kunstwerke ein interessiertes Publikum erkämpft, das die Grenzgänge der Galeristin zu schätzen weiß. Die Lage an der Landesgrenze zu Österreich ermutigt zum Ausloten scheinbar sicherer Grenzen. Dabei geht es in der Kunst nie unmittelbar um politische oder geographische Grenzen. Selbst dann nicht, wenn plötzlich eine Pandemie oder ein Krieg in Europa die sicher geglaubten Standpunkte erschüttert.

Die Ausstellung, die am 23. Juli mit einer Vernissage beginnt, war schon einmal für das Frühjahr 2020 geplant. Damals konnte sie wegen des ersten Lockdowns und der Grenzsperrung nicht stattfinden. Inzwischen sind auch im engen Zollhäusl wieder Ausstellungen möglich, aber nun haben sich die politischen Verhältnisse verändert. Aus Erschütterung darüber tritt der Künstler nur noch unter Pseudonym an die Öffentlichkeit. Antschai also hat in München Malerei und Graphik studiert und lebt seit 1974 als freischaffender Maler und Graphiker im Rupertiwinkel. Als weltoffener und kreativer Geist hat er viele Länder bereist und ihre Eigenheiten verinnerlicht, er hat in Frankreich, Italien, USA, Österreich und vielen Städten Deutschlands ausgestellt. Er lässt sich dabei mit voller Absicht von wechselnden Strömungen des Bewusstseins beeinflussen. Das Lebenswerk, das dabei entstanden ist, reicht vom Surrealismus über buddhistisch geprägten Symbolismus bis zur informellen Farbkomposition.

Die Auswahl aus seinem vielgestaltigen Werk, die das Zollhäusl präsentiert, steht unter dem Titel „Phantastische Welt – Graphik, Radierung, Malerei“ und enthält neben den bereits 2020 vorgesehenen Arbeiten auch ganz neue, in Stil und Inhalt verschiedene Arbeiten. Fremde Kulturen, vor allem die chinesische und die von Sri Lanka und Nepal, aber auch bodenständige Naturliebe und Symbolik, sind darin festgehalten. Und immer geht es um die nie endende Suche nach den Grenzen des Begreifens.

Die Ausstellung ist vom 24. Juli bis zum 7. August 2022, jeweils von Donnerstag bis Sonntag von 15:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Die Vernissage findet am Samstag, 23. Juli um 19:00 Uhr statt. Eine kurze Einführung in das bildnerische Werk von Antschai hält Josef Wittmann, für den musikalische Rahmen konnte Sebastian Brangenberg gewonnen werden. Der Eintritt ist frei.

Abruzzen 09.03. 2019

Abruzzen-Reise im alten Zollhäusl

Gedichte und Skizzen aus der unbekannten Welt nebenan
Vor 12 Jahren machten sie miteinander eine kleine Reise, Harald Grill, Dichter aus Wald nahe Regensburg, Friedrich Maier, Graphiker aus Runding (Bayer. Wald) sowie Josef und Luise Wittmann. Sie kannten sich schon lange und auch der Reiseveranstalter war ein alter Bekannter, Herbert Grabe, der mit seiner Agentur „Erde und Wind“ mit viel eigener Expertise Reisen in ausgesuchte Regionen Italiens und in die nähere Heimat, den Bayerischen Wald veranstaltet. Das Ziel, einige Städte und Dörfer in den Abruzzen, war eigentlich unspektakulär. Das Besondere daran war, dass bei den Wanderungen Orte aufgesucht wurden, an denen berühmte italienische Dichter und Schriftsteller gelebt hatten, von Ovid bis Natalia Ginzburg. Die Reise hatte den Titel „Silones Stadt und Ginzburgs Haus“.
Jede Reise ist ein kleines Abenteuer, aber die gemeinsame Erfahrung einer ungewöhnlich charakteristischen Landschaft, einer im Detail fremden und selbst im Großen nahezu unbekannten Geschichte und einer Literatur, die in ihrer Vielfalt und Tiefgründigkeit auch belesene Leute überraschte, prägte sich mächtig ein. Fritz Maier fertigte bereits auf der Reise 36 Skizzen an, die an markanten Einzelheiten das Einzigartige der Landschaft, der Dörfer und des Stadtlebens festhielten, Josef Wittmann schrieb unmittelbar danach ein Reisetagbuch in 13 Gedichten und Harald Grill, der die Reise mit Lesungen, jeweils an Stellen der Wanderung, die zu den Autoren in Beziehung standen, aus den Werken von Ovidius Naso, Gabriele d’Annunzio, Carlo Emilio Gadda, Ignazio Silone und Natalia Ginzburg mitgestaltet hatte, schrieb einen seiner ausgezeichneten Reiseberichte für den Bayerischen Rundfunk.
Lange Zeit verfolgten die drei das naheliegende Projekt eines gemeinsamen Buches, aber da sich kein Verlag dafür interessierte, blieben die Reiseerinnerungen in den Köpfen und die Abbilder in der Schublade. Luise Wittmann, inzwischen Galeristin im „alten Zollhäusl“, holt sie nun hervor, und so werden die Skizzen ab dem 9. März dort für knapp zwei Wochen ausgestellt. Zur Vernissage am 9. März lesen Harald Grill und Josef Wittmann aus ihren Impressionen. Da der Platz für Zuhörer begrenzt ist, empfiehlt es sich, Plätze zu reservieren (Tel. 891383 oder E-Mail post@luise-wittmann.de)#